Hebelprodukte

Hebelprodukte sind Optionsscheine mit eingebauten Knock-out. Das Grundprinzip ist das gleiche wie bei Calls oder Puts, nur wird zusätzlich zum Basispreis ein Knock-out (auch Barriere genannt) eingebaut. Der Knock-out kann gleich dem Basispreis sein. Ist dies nicht der Fall, dann liegt der Knock-out (Barriere) über (bei Calls) oder unter (bei Puts) dem Basispreis. Entscheidend ist: Erreicht während der Laufzeit zu irgendeinem Zeitpunkt (und sei es nur für einen Tick) der Kurs des Basiswertes (z.B. DAX) den Knock-out, wird das Hebelprodukt unabhängig von der Restlaufzeit sofort fällig!

Das heißt: Sind der Basispreis und der Knock-out gleich, dann verfällt das Hebelprodukt wertlos. Was anschließend mit dem Kurs des Basiswertes geschieht, ist völlig irrelevant, das Hebelprodukt ist „tot“ und bleibt es auch. Liegen Barriere (Knock-out) und Basispreis nicht zusammen, wird der Schein bei Erreichen der Barriere fällig und die Differenz von Barriere zu Basispreis (minus Kosten für Auflösung der Absicherungsposition des Emittenten) wird ausgezahlt. Man erhält also i.d.R. einen gewissen Restwert. Aber auch hier gilt: Wird der K.O. erreicht, wird der Schein fällig und wird unabhängig vom Kursverlauf des Basiswertes nicht wieder zum Leben erweckt. Das ist der Nachteil im Vergleich zu normalen Optionsscheinen.

Der Effekt des eingebauten Knock-outs ist aber auch auf der positiven Seite gewaltig: Die Hebelprodukte laufen wie ein Terminkontrakt 1 zu 1 mit dem Basiswert mit. Bis auf die eingepreisten geringen Finanzierungskosten besteht kein Aufgeld. Damit tendiert der Volatilitätseinfluss gegen Null!  Man kann also ziemlich genau kalkulieren, wo ein Hebelprodukt bei einer Veränderung des Basiswertes notieren wird. Im Prinzip handelt man einen kleinen Terminkontrakt, kann aber nicht mehr als das eingesetzte Kapital verlieren. Durch diesen Effekt sind Hebelprodukte zwar riskanter als normale Optionsscheine, aber bei Nutzung eines Stops zur Verlustbegrenzung ergeben sich deutlich bessere Chancen/Risiko-Profile als bei normalen Optionsscheinen, v.a. bei mittel- bis langfristigen Spekulationen. Aus diesem Grund haben Hebelprodukte im Umsatz Optionsscheine längst überholt.

Fazit: Mit Hebelprodukten kann der Privatanleger fast so professionell handeln wie ein Profi. Wichtig ist aber ein konsequentes Stop-Setzen zur Verlustbegrenzung.

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